Fallstricke und Betrüger
Herr Gerd Billen der Verbraucherzentrale nennt das Internet Ansatzweise schon “World-Wide-Nepp” und dies trifft es recht gut.
In den letzten Jahren haben Betrug, arglistige Täuschung und andere Geschäftsideen, illegalen Praktiken im Internet und wahren Leben stark zugenommen. Mich selber hat es mit BobMobile erwischt und es war mir eine Lehre. Nun möchte ich Anregungen für die Prävention geben und Tipps für Betroffene geben. Bitte nehmt zur Kenntniss, dass dies meine persönliche Meinung ist und ich kein Rechtsberater bin.
Viele dieser Anbieter verlangen kleinere Beträge, denn wie heißt es so schön “Auch Kleinvieh macht Mist”. Denn wer lässt es wegen einem Betrag von 42,50€ auf ein Rechtsstreit ankommen? Und selbst ein Schriftstück eines Rechtsanwaltes kostet um die 45€. Also wird kalkuliert und es als “Nichts lohnenswert” abgelehnt. Somit bleibt vorerst nur der eigene Wiederaspruch und Schriftverkehr. Sollte der Fordernde sich jedoch auf Abos o.ä. beziehen, würde ich den Gang zum Rechtsanwalt nicht mehr meiden. Ein Zitat der Computerbild (eigentlich gehöre ich nicht zu der Zielgruppe dieser Zeitschrift):
… verschickte die Firma Content Services Limited., Betreiber der berüchtigten Abzock-Seite opendownload.de, im April dieses Jahres in einer einzigen Woche 170.000 Rechnungen zu je 96 Euro. Hat nur jeder Zehnte die Forderung beglichen, bliebe ein Gewinn von rund 1,5 Millionen Euro, erzielt innerhalb weniger Tage.
Hier sieht jeder wie lukrativ dieses Geschäft sein kann. Generell gilt zur Prävention: Geben sie keine persönlichen Daten weiter. Egal ob Softwaredownload, SMS Dienste, (unseriöse) Gewinnspiele(seiten), Probenpakete, Kochrezepte, Gedichte etc. Lesen sie immer das Kleingedruckte und suchen sie es überall. Mich hat es z.B. wahrscheinlich bei Facebook erwischt. Ich habe entgegen meiner eigenen Grundsätze meine Handynummer bei einem “Test” eingetippt. Das Ergebnis ist auf “Mich hats erwischt: Bobmobile und arglistiger Täuschung” zu lesen.
Der kürzeste Tip: Mails mit den Betreffen “Gewonnen”, “Gratis” oder “Wichtig” löschen! Am besten per Regel des Mailanbieters oder Mailclients. Damit ist jeder einer Gefahr weniger ausgesetzt.
Auch eine andere Masche wurde in den letzten Jahren immer beliebter, sogenannte Inkassounternehmen versenden unberechtigte Briefe. Sollten sie eine solche Zahlungsaufforderung erhalten, setzen sie ein Schriftstück auf und verlangen einen schriftlichen Nachweis über die Rechtmäßigkeit der Forderung. Dies senden sie am besten per Einschreiben und melden sich anschließend mit den beiden Schreiben (des Inkassounternehmens und Ihres) an die jeweilige Verbraucherzentrale ihres Bundeslandes.
Bei Zahlungsaufforderungen für Abos, Softwaredownload o.ä. gilt Ruhe zu bewahren und sich von den Anbieetern nicht einschüchtern zu lassen. Gerne drohen diese mit dem Gerichtsvollzieher, Gehalts- und Rentenpfändungen und dem Zwang zur Eidesstattlichen Versicherung. Schreiben sie auch hier einen Brief per Einschreiben und legen den Sachverhalt vor, oder gehen sie wiederum zur Verbrucherzentrale, diese haat gute Ratschläge für solche Fälle. oder sie gehen direkt den Weg zum Rechtsanwalt oder der Polizei. Wenn sie ganz sicher sind, können sie bei der Polizei auch eine Anzeige wegen arglistiger Täuschung aufgeben.
Wenn der Fall dann vom Tisch ist, setzen sie ein weiteres Schriftstück auf dass sie laut “Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG“ das Recht auf Informationelle Selbstbestimmung haben und somit enscheiden dürfen wer ihre Daten erheben, speichern, verändern, übermitteln, sperren, löschen oder nutzen darf und bitten diesen Ihre Daten vollständig zu löschen und dies auch seinen Partnern weiterzuleiten. Damit nutzen sie das Recht zum Schutz des Einzelnen gegen unbegrenzte Erhebung, Speicherung, Verwendung und Weitergabe seiner persönlichen Daten und dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht.
Es gibt viele Wege und Möglichkeiten nachdem ein solches Schreiben eingetroffen ist. Der beste Weg ist jedoch eine gute Prävention um gar nicht erst Opfer solcher Maschen zu werden. Hier hat wiederum die Computerbild (langsam schäme ich mich, diese Zeitschrift gleich 2x in einem Artikel erwähnt zu haben ;-) ) in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale eine Software entwickelt:
Die Software ist eine Datenbank, die bei jedem Start des Browsers aktualisiert wird. Eine Allianz aus Verbraucherschützern, Anwälten, dem Internetportal abzocknews.de und der Computerbild-Redaktion ergänzt diese Sperrliste ständig weiter. Zusätzlich kann jeder Nutzer selbst verdächtige Seiten melden.










